Das Wissensmuseum der Universität Göttingen ist ein Ort der Begegnung, an dem Wissen vermittelt, reflektiert, diskutiert und geschaffen wird. Im Forum Wissen geht es um die Frage: Wie entsteht Wissen? In den "Räumen des Wissens" gibt es über 1400 Objekte aus den Sammlungen der Universität zu entdecken. Sonderausstellungen thematisieren, was Wissenschaft und Gesellschaft bewegt. Damit stoßen wir gesellschaftlichen Austausch an und schaffen Räume, in denen Menschen mit verschiedenen Perspektiven voneinander lernen können.
Roboter, die gesundheitlich stark eingeschränkten Schüler*innen die Teilhabe am Unterricht ermöglichen und als ihre Stellvertreter*innen agieren, sind längst keine Zukunftsvision mehr. Bereits heute kommen sogenannte Telepräsenzroboter an zahlreichen Schulen weltweit zum Einsatz. Diese Roboter-Avatare werden stetig weiterentwickelt: Sie können sich im Klassenraum bewegen, mit den Mitschüler*innen interagieren und per Kamera und Mikrofon den Unterricht übertragen. Doch welche Eingriffe in die Privatsphäre sind damit verbunden? Genau dieser Frage geht das Forschungsprojekt »PRIVATAR – Privatheitsfreundlicher mobiler Avatar für kranke Schulkinder«, koordiniert und durchgeführt von der Forschungsgruppe »Computersicherheit und Privatheit« am Institut für Informatik der Universität Göttingen, nach.
Das Forum Wissen ist Partner dieses Forschungsprojekts: In der dazu entstandenen immersiven Ausstellung laden wir Sie, liebe Besucher*innen, dazu ein, selbst in die Rolle des Roboters zu schlüpfen. Wie kann der Roboter die Schulaufgaben lösen – und wie nah darf er dabei Mitschüler*innen und Lehrkräften kommen? Was darf er sehen, was darf er hören – und was nicht?
Die Ausstellung wird im Freiraum des Forum Wissen gezeigt. Sie ist durch eine Kooperation mit dem Deutschen Theater Göttingen entstanden. Regisseurin Pia Kröll und Szenograf Johannes Frei entwickelten das Konzept dieser begehbaren Inszenierung. Die Gestaltung des Raums wurde gemeinsam mit Jugendlichen in einem Szenografieclub unter der Leitung von Johannes Frei entwickelt. An besonderen Tagen verwandelt sich der Ausstellungsraum in ein Bühnenbild für die Aufführungen »PRIVATAR – Mission MiniBot« des Spielclubs 12+ unter der Leitung von Pia Kröll und Gabriele Michel-Frei. In dieser theatralen Inszenierung beschäftigen sich die Jugendlichen damit, ob der Roboter dem Kind hilft den Anschluss nicht zu verlieren, wie er die Klassendynamik verändert und welche Missverständnisse und Probleme die Klassengemeinschaft auf die Probe stellen.

Ein Programmbeitrag für den Bereich COMMUNITY & SOCIAL-LIFE